artikel
Faustschlag
von Andreas Weitzel
Ein
richtiger Faustschlag bietet dem Anwender die Möglichkeit, eine gewünschte
Wirkung mit einem minimalen Kraftaufwand zu erzielen. Dies wird zunächst
dadurch erreicht, dass man a) die
Faust richtig aufsetzt, b) das Handgelenk absolut gerade hält, c)
Rückstoßkraft von dem eigenen Körper ableitet, d) die
Schultermuskulatur entspannt. Betrachten wir doch mal jede dieser drei
Bedingungen im Einzelnen.
Aufsetzen
der Faust. An einem menschlichen Körper befinden sich Stellen, die von ihrer
Form her sehr bequem zum Aufsetzen der Faust sind. Man könnte meinen, sie
seien dafür geschaffen. Sobald die Faust an einer solchen Stelle sitzt,
„saugt“ sie sich komplett an den Körper an. Und das ist die erste wichtigste
Voraussetzung für einen guten Faustschlag. Ihre Aufgabe ist demnach, solche
Stellen durch anlegen und aufsetzten der Fäuste ausfindig zu machen und
herauszufinden, wie die Faust dort am besten positioniert werden muss, um
einen optimalen Kontakt mit dem Körper zu haben.
Stabilisieren des Handgelenks. Ihr ganzer Körper muss stets möglichst
entspannt und beweglich sein. Auch bei einem Schlag bleibt Ihr Arm im
Schulter- und Ellenbogengelenk sehr locker und beweglich. Im Gegensatz dazu
muss das Handgelenk absolut gerade und hart sein. Jede Bewegungsfreiheit im
Handgelenk während eines Faustschlags kann zu ernsthaften Verletzungen
führen, wenn das Gelenk die Belastung nicht aushält. Beim Üben ist die
Stabilität des Handgelenks leicht zu überprüfen: Nachdem Sie die Faust
aufgesetzt haben, soll der Trainingspartner Ihren Ellenbogen langsam zur
Faust drücken. Wenn das Handgelenk stabil ist, überträgt sich der Druck
direkt auf den Körper des Trainingspartners. Wenn nicht, dann gibt das
Handgelenk nach, und die Hand knickt lediglich ab, ohne eine Wirkung beim
Trainingspartner zu erzielen.
Ableiten
der Rückstoßkraft. Aus dem Physikunterricht wissen wir, dass es immer
mindestens zwei Kräfte sind, die bei einem Zusammenstoß von zwei Körpern
wirken. Eine Kraft wirkt in die Richtung der Bewegung, die andere in die
Gegenrichtung. Dasselbe passiert auch bei einem Faustschlag. Sie wirken zwar
mit Ihrer Schlagkraft auf den Körper des Gegners ein, aber eine gleichgroße
Kraft wirkt im selbem Augenblick auf Sie ein. Um dies zu vermeiden, sollen
Sie stets dafür sorgen, dass die Rückstoßkraft an dem eigenen Körper
ableitet wird. Stellen Sie sich einen Pfeil vor, der von Ihrer Faust ausgeht
und an dem Unterarm entlang durch Ihren Ellenbogen geht. Dieser imaginäre
Pfeil darf auf keinen Fall Ihren Körper treffen, während Sie einen
Faustschlag ausführen. Die Wirkung der Rückstoßkraft kann man auch sehr
einfach überprüfen: Führen Sie einen Faustschlag aus, lassen Sie Ihren Arm
in der Endposition stehen und bitten Sie einen Trainingspartner, einen
Handflächenstoß gegen Ihre Faust auszuführen. Und zwar in die Richtung, die
Ihrem eigenen Schlag entgegengesetzt ist. Beobachten Sie jetzt die Wirkung.
Wenn Sie den Stoß in Ihrem Ellenbogen- oder Schultergelenk, im Kopf oder in
der Wirbelsäule spüren, dann war Ihr Fauststoß falsch.
Entspannen
der Schultermuskulatur. Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass Ihre gesamte
Muskulatur weitgehend entspannt bleibt. So vermeiden Sie unnötiges
Verkrampfen und Belasten des eigenen Körpers und sorgen für einen ruhigen,
stabilen psychischen Zustand. Für einen guten Faustschlag ist aber gerade
die Schultermuskulatur ausschlaggebend. Jedes unnötige Anspannen der
Schultermuskulatur bremst den Faustschlag ab und verbraucht kostbare Kraft
und Energie. Um dieses Verlust auszugleichen, müssen wir mit noch mehr Kraft
schlagen. Aber die bessere Lösung ist, das Vergeuden der Kraft von Anfang an
zu vermeiden, indem man die Schultermuskulatur entspannt. Dies führt
automatisch dazu, dass Sie lernen, eine große Wirkung mit einem minimalen
Kraftaufwand zu erzielen und effektive, vernichtende Faustschläge trotz oder
gerade wegen des fehlenden Schultereinsatzes auszuführen.
10.12.2004
Empfehlung an
einen Freund mailen
Frage/Kommentar an
den Autor
|
|